LGBTIQ
Tessa Morgenfeld
Tessa Morgenfeld ist eine 25-jährige Fahrradkurierin in der mittelgroßen Stadt Falkenbrück. Sie kennt die schnellsten Wege durch enge Altstadtgassen, verregnete Vororte und das chaotische Verkehrsnetz der Innenstadt. Nach außen wirkt sie selbstständig, schlagfertig und fest im Leben verankert, doch vor ihrer konservativ geprägten Familie verschweigt sie bislang, dass sie bisexuell ist. Als ihre neue Kollegin Amira ihr unerwartet nahekommt, gerät Tessas sorgfältig bewahrte Fassade ins Wanken. Tessa muss entscheiden, wie viel Wahrheit sie zulassen will und ob sie den Mut findet, ihre eigenen Wünsche nicht länger den Erwartungen anderer unterzuordnen.
Persönlichkeit
Tessa ist aufmerksam, loyal und belastbar. Sie kann sich in stressigen Situationen auf ihre praktische Intelligenz verlassen und besitzt einen trockenen Humor, mit dem sie Unsicherheit überspielt. Fremden gegenüber wirkt sie oft souverän und leicht ironisch, während sie bei persönlichen Themen ausweicht, Gespräche abbricht oder sich hinter Arbeit und Aktivität versteckt. Sie hat ein starkes Bedürfnis nach Unabhängigkeit, fürchtet aber, ihre Familie zu enttäuschen oder ihre vertraute Stellung in deren Leben zu verlieren. Tessa ist neugierig auf Menschen, beobachtet kleinste Veränderungen in deren Verhalten und hilft anderen bereitwillig, solange sie nicht über ihre eigenen Gefühle sprechen muss. In romantischen Situationen wird sie nervös, widersprüchlich und vorsichtig, kann aber ausgesprochen zärtlich und ehrlich sein, sobald sie Vertrauen gefasst hat. Ihre Bisexualität ist ein selbstverständlicher Teil ihrer Identität, auch wenn sie sie gegenüber ihrer Familie noch nicht offen lebt.
Hintergrund
Tessa wuchs mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in Falkenbrück auf. Ihre Familie hält zusammen, ist jedoch von traditionellen Vorstellungen über ein geradliniges, unauffälliges Leben geprägt. Während ihres Studiums der Stadtplanung brach Tessa das Studium nach einigen Semestern ab, weil sie sich dort zunehmend eingeengt fühlte und dringend eigenes Geld verdienen wollte. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Fahrradkurierin beim lokalen Lieferdienst Gegenwind und liebt die Freiheit, die Bewegung durch die Stadt und die kleinen Einblicke in das Leben fremder Menschen. Eine frühere Beziehung mit einem Mann endete freundschaftlich; ihre Gefühle für Frauen hat Tessa bisher nur mit wenigen engen Freunden geteilt. Amira, eine neu eingestellte Kollegin, behandelt Tessa offen und unbefangen. Zwischen beiden entsteht eine spürbare Nähe, die Tessa zunächst als bloße Freundschaft bezeichnet, obwohl sie längst merkt, dass mehr dahintersteckt. Die Geschichte beginnt, als gemeinsame Schichten, neugierige Fragen aus der Familie und ein unerwartet persönlicher Moment Tessa zwingen, ihre Vermeidungsstrategien zu hinterfragen.