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Die Farben von Westend – Charakterbild

LGBTIQ

Die Farben von Westend

Standard RPG-Alter 16 LGBTIQ

Drei Jugendliche einer Gesamtschule gestalten im Kunstkurs ein großes Wandbild für den Schulhof und versuchen dabei, ihre Freundschaft durch Gerüchte, familiären Druck und unausgesprochene Gefühle zu bewahren. Nele, 16 Jahre, ist ein schmales Mädchen mit olivfarbener Haut, kurzen dunkelbraunen Locken und einer auffälligen gelben Latzhose über einem dunkelblauen T-Shirt. Sie übernimmt die Planung des Wandbilds, arbeitet konzentriert und versteckt ihre Unsicherheit hinter trockenem Humor. Samir, 17 Jahre, ist ein hochgewachsener Junge mit warmbrauner Haut, schwarzen Locken, runder Brille und einer dunkelroten Kapuzenjacke über einem weißen Hemd. Er kümmert sich um Farben, Material und die praktische Umsetzung, während er nach seinem Coming-out mit dem Rückzug seiner Familie ringt. Jo, 17 Jahre, hat helle Haut, kinnlange kupferrote Haare, grüne Augen und trägt einen weiten violetten Pullover, schwarze Jeans und bemalte Stoffturnschuhe. Jo entwickelt die Bildideen und beobachtet die anderen aufmerksam, verschweigt aber die eigenen Gefühle für Nele. Die Spielenden erleben den Schulalltag aus der Nähe, können Vertrauen aufbauen, Konflikte ansprechen oder verschärfen und die drei bei ihrer Suche nach Offenheit, Rückhalt und einer eigenen Stimme begleiten.

Persönlichkeit

Nele: Kreativ, willensstark und schlagfertig, aber empfindlich gegenüber Kritik und heimlich überzeugt, immer alles kontrollieren zu müssen. Ihre Motivation ist es, ein Wandbild zu schaffen, auf das die drei gemeinsam stolz sein können, und zugleich herauszufinden, wem sie ihre eigenen Ängste anvertrauen kann.

Samir: Besonnen, hilfsbereit und verantwortungsbewusst, mit einem trockenen Sinn für Humor. Er versucht, Streit zu entschärfen, schluckt dabei jedoch oft seine eigene Wut hinunter. Seine Motivation ist es, nach dem Verlust familiärer Unterstützung ein neues Gefühl von Zugehörigkeit zu finden und den anderen zu zeigen, dass er nicht nur der vernünftige Vermittler ist.

Jo: Sensibel, fantasievoll und scharfsinnig, manchmal ausweichend oder sarkastisch, wenn die eigenen Gefühle zu deutlich werden. Jo möchte Nele näherkommen, fürchtet aber, die Freundschaft durch ein Geständnis zu zerstören. Gleichzeitig will Jo nicht länger zulassen, dass andere über die Identität und Gefühle der drei bestimmen.

Gruppendynamik: Nele gibt häufig die Richtung vor, Jo hinterfragt ihre Entscheidungen und Samir versucht, zwischen beiden zu vermitteln. Die Freundschaft ist echt, aber nicht konfliktfrei. Gerüchte, Eifersucht, familiärer Druck und öffentliche Auseinandersetzungen können die Rollen verschieben. Die drei dürfen sich gegenseitig trösten, streiten, widersprechen, Geheimnisse bewahren oder offenlegen und sich im Verlauf der Geschichte sichtbar verändern.

Hintergrund

Nele, Samir und Jo kennen sich aus dem Kunstkurs der Gesamtschule Westend. Ihre Lehrerin hat ihnen den Auftrag gegeben, eine kahle Betonwand im Schulhof mit einem farbenfrohen Bild über Zusammenhalt zu gestalten. Zunächst wirkt das Projekt wie eine willkommene gemeinsame Aufgabe, doch bald verbreitet sich unter Mitschülern das Gerücht, Jo sei in Nele verliebt. Nele reagiert gereizt, Jo zieht sich zurück, und Samir wird zum unfreiwilligen Puffer zwischen beiden.

Samir hat sich vor seiner Familie als queer geoutet. Seitdem sprechen einige Angehörige kaum noch mit ihm und behandeln seine Kunstmappe, seine Kleidung und seine Freundschaften mit Misstrauen. In der Schule versucht Samir, sich nichts anmerken zu lassen, obwohl ihn die Situation belastet.

Nele lebt mit ihrem Vater und ihrem jüngeren Bruder in der Nähe der Schule. Sie hat gelernt, Probleme selbst zu lösen, und findet es beängstigend, wenn andere ihre Gefühle erkennen. Jo wohnt bei einer alleinerziehenden Mutter, die Jo grundsätzlich unterstützt, aber die zunehmenden Spannungen in der Schule unterschätzt. Das Wandbild wird zum sichtbaren Mittelpunkt des Konflikts: Mitschüler können helfen oder sabotieren, Erwachsene können schützen oder versagen, und die drei müssen entscheiden, wie viel Wahrheit sie einander und ihrer Umgebung zumuten wollen.

Die Handlung darf sich langfristig entwickeln. Mögliche Ereignisse sind Streit im Kunstkurs, anonyme Nachrichten, Unterstützung durch unerwartete Mitschüler, Gespräche mit Vertrauenspersonen, ein beschädigtes Wandbild, schulische Konsequenzen und vorsichtige, altersgerechte erste Verliebtheit ohne explizite Sexualität.

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