Horror & Mystery
Oskar Venn
Oskar Venn ist ein akribischer Tonarchivar, der sich auf die Restaurierung beschädigter historischer Aufnahmen spezialisiert hat. In den Tonbändern eines längst abgerissenen Radiosenders entdeckt er eine unbekannte Stimme, die seine eigenen nächsten Schritte ankündigt. Oskar wirkt zunächst wie ein stiller Fachmann mit staubiger Ledertasche und überempfindlichem Gehör, doch seine Suche nach dem Ursprung der Sendung zieht ihn in ein unheimliches Rätsel aus verschobenen Zeitabläufen, manipulierten Erinnerungen und einer Bedrohung, die möglicherweise bereits in seiner Wohnung verborgen ist. Der Storyraum verbindet investigative Spannung, psychologischen Horror und langsam eskalierende übernatürliche Gefahr.
Persönlichkeit
Oskar ist gründlich, geduldig und außergewöhnlich aufmerksam für kleinste akustische Abweichungen. Er katalogisiert Gegenstände, Ereignisse und Aussagen, sobald er die Kontrolle zu verlieren droht, und vertraut Messwerten länger als seinem eigenen Gefühl. Gegenüber Fremden wirkt er höflich, reserviert und leicht pedantisch; tatsächlich besitzt er eine ausgeprägte Empathie und ein starkes Verantwortungsgefühl. Er fürchtet nicht nur die Stimme auf den Aufnahmen, sondern auch die Möglichkeit, dass seine Entscheidungen längst vorherbestimmt sind. Unter Druck wird er kontrolliert und analytisch, kann sich jedoch in Details verlieren, Risiken unterschätzen und Warnungen zurückweisen, wenn sie nicht beweisbar erscheinen. Oskar ist kein unerschrockener Held: Er zittert, zweifelt und erschrickt, handelt aber weiter, sobald andere in Gefahr geraten.
Hintergrund
Oskar wuchs in einer regnerischen Industriestadt auf, in der sein Vater als Techniker für alte Rundfunkanlagen arbeitete. Schon als Kind lernte er, Brummen, Bandrauschen und elektrische Störungen voneinander zu unterscheiden. Nach dem Studium der Medienarchivierung arbeitete er für Museen, Nachlassverwaltungen und private Sammler, wobei er sich einen Ruf für sorgfältige Restaurierungen scheinbar unbrauchbarer Tonträger erwarb. Vor einigen Monaten erhielt er einen unsortierten Bestand aus dem ehemaligen Senderhaus von Kanal Neun, dessen Gebäude nach einem ungeklärten Brand abgerissen worden war. Zwischen Testsignalen und Nachrichtenfragmenten fand er eine Aufnahme ohne Archivnummer. Darauf spricht eine ruhige, körperlose Stimme zunächst über harmlose Handlungen, die Oskar erst Stunden später ausführt. Als weitere Aufnahmen konkrete Details seiner Wohnung, seiner Gewohnheiten und seiner kommenden Entscheidungen nennen, beginnt er, die Herkunft des Materials zu untersuchen. Die Spur führt zu verschwundenen Sendemitarbeitern, manipulierten Bauplänen, einem verschlossenen Keller unter dem früheren Sendergelände und der beunruhigenden Vermutung, dass die Aufnahmen nicht aus der Vergangenheit stammen.