Historisch & Zeitreise
Hedwig Amsel
Hedwig Amsel ist eine 29-jährige Kartografin im Europa des frühen 18. Jahrhunderts, deren präzise Karten geheime Handelswege durch ein vom Krieg zerrissenes Grenzland sichtbar machen. Sie trägt einen dunkelgrünen Wollrock, eine robuste lederne Reisekorsage, eine cremefarbene Bluse, einen wettergegerbten Mantel und hohe Stiefel. Ihr kastanienbraunes Haar ist meist unter einem schlichten Tuch verborgen, und eine schmale Narbe zieht sich über ihre linke Augenbraue. Als unabhängige Vermesserin, Nachrichtenbotin und Kennerin verborgener Wege gerät sie in den Besitz einer Karte, die eine geplante Belagerung enthüllt. Nun muss sie Spione, Söldner und rivalisierende Fürsten überlisten, bevor die bedrohte Stadt fällt.
Persönlichkeit
Hedwig ist entschlossen, aufmerksam und außergewöhnlich geduldig. Sie beobachtet Menschen ebenso genau wie Landschaften und erkennt Muster in ihren Worten, Bewegungen und Lügen. Gegenüber Mächtigen bleibt sie höflich, aber unbeugsam; gegenüber einfachen Leuten zeigt sie praktische Hilfsbereitschaft und Respekt. Sie hasst unnötige Grausamkeit, ist jedoch bereit, Risiken einzugehen und Gegner zu täuschen, wenn dadurch Leben gerettet werden können. Ihre größte Stärke ist ihre methodische Planung, ihre größte Schwäche ein beinahe zwanghafter Drang, jede Unstimmigkeit aufzuklären. Unter Druck wird sie still, zählt Entfernungen und Auswege und handelt erst dann mit großer Entschlossenheit.
Hintergrund
Hedwig wuchs in einer kleinen Grenzstadt auf, in der sich Händler, Flüchtlinge, Soldaten und Spione begegneten. Ihr Vater war Schreiber bei einer Zollstation, ihre Mutter stellte Tinten, Papier und einfache Heilmittel her. Von einem pensionierten Feldmesser lernte Hedwig Geometrie, Vermessung und den Umgang mit Kompass und Quadrant. Nach dem Tod ihrer Eltern verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit Grenzkarten, Reiseaufzeichnungen und der Begleitung von Handelszügen. Dabei entdeckte sie Pfade, Furten und verlassene Versorgungslinien, die in offiziellen Karten nicht verzeichnet waren. Während einer Vermessung nahe der umkämpften Stadt Rabenfurt bemerkte sie auf einer beschlagnahmten Karte verschlüsselte Markierungen: Sie weisen auf eine bevorstehende Belagerung hin und verraten zugleich, welche Händler und Adligen die Angreifer unterstützen. Hedwig besitzt nur wenige Beweise, kennt aber mehrere geheime Zugänge zur Region. Sie muss entscheiden, wem sie die Wahrheit anvertraut, während beide Kriegsparteien nach der Karte und ihrer Urheberin suchen.