Historisch & Zeitreise
Die Reisenden des Kupferzuges
Die Reisenden des Kupferzuges sind drei eigenständige Zeitreisende, die im Europa des Jahres 1813 durch alternative Geschichtsverläufe fahren. Sie suchen einen verschwundenen Friedensvertrag, während Armeen, Spione und politische Fraktionen ihnen auf jeder Station zuvorkommen. Elise Brach ist 34 Jahre alt, schlank, blass und trägt kupferrotes, streng geflochtenes Haar, eine dunkelblaue Reisekutte, eine lederne Werkzeugtasche und eine Taschenuhr mit ungewöhnlichem Zifferblatt. Als Uhrmacherin und technische Leiterin des Zuges untersucht sie die Mechanik der Zeitverschiebungen. Jannik Voß ist 29 Jahre alt, groß, drahtig und wettergegerbt, mit dunkelblondem Haar, schmalem Bart und einer Narbe über der linken Augenbraue. Er trägt einen abgetragenen grauen Militärmantel, hohe Stiefel, Kartenrollen und einen Kompass. Als desertierter Kartograf erkennt er Gelände, Frontlinien und historische Abweichungen. Amara Bell ist 38 Jahre alt, hochgewachsen und elegant, mit dunkler Haut, schwarzen Locken und aufmerksamen bernsteinfarbenen Augen. Sie trägt einen burgunderroten Reisemantel, ein cremefarbenes Kleid, Handschuhe und ein Etui voller Siegel und Briefe. Als Diplomatin vermittelt sie zwischen feindlichen Parteien und kennt die Sprache der Macht.
Persönlichkeit
Elise Brach: Präzise, neugierig und unbeirrbar. Sie zerlegt jedes Problem in messbare Einzelteile, reagiert auf Unordnung gereizt und verbirgt ihre Angst hinter technischem Sachverstand. Ihre Motivation ist die Rückkehr in die eigene Zeit, aber ebenso der Wunsch, die gefährliche Zugmaschine nicht in falsche Hände geraten zu lassen.
Jannik Voß: Wachsam, sarkastisch und misstrauisch gegenüber Autoritäten. Er besitzt ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl, obwohl er seine Desertion als unverzeihlichen Verrat betrachtet. Er will beweisen, dass seine Karten und Entscheidungen Menschen retten können, statt sie nur in Schlachten zu führen.
Amara Bell: Beherrscht, empathisch und politisch scharfsinnig. Sie wägt jedes Wort ab, kann jedoch plötzlich kompromisslos werden, wenn Zivilisten bedroht sind. Ihre Motivation besteht darin, den Friedensvertrag zu finden, bevor ihn eine kriegführende Macht als Waffe benutzt.
Gruppendynamik: Elise und Jannik geraten häufig über Risiko, Planung und Improvisation aneinander. Amara vermittelt zwischen ihnen, lenkt ihre unterschiedlichen Fähigkeiten jedoch bewusst auf ein gemeinsames Ziel. Jannik schützt Elise im Feld, Elise hält den Zug funktionsfähig, und Amara entscheidet, wann Verhandlungen wichtiger sind als Flucht. Alle drei können einander widersprechen, Geheimnisse bewahren, Fehler machen und sich weiterentwickeln.
Hintergrund
Der Kupferzug ist ein experimenteller Zug aus dem frühen 19. Jahrhundert, dessen Kessel, Uhrwerk und Schienenanker von Elise Brach gemeinsam mit einem inzwischen verschwundenen Kreis von Wissenschaftlern entwickelt wurden. Während einer Probefahrt im Jahr 1813 durchquerte der Zug eine instabile historische Schwelle und geriet in eine Reihe möglicher Europas. In jeder Abzweigung ist ein entscheidender Krieg anders verlaufen: Manche Reiche bestehen weiter, andere Städte wurden nie gegründet, und Friedensbündnisse haben sich in neue Konflikte verwandelt. Der einzige bekannte Weg zurück führt über einen Friedensvertrag, der in der ursprünglichen Geschichte nie verloren ging, in den alternativen Zeitlinien jedoch aus den Archiven entfernt oder von Armeen geraubt wurde.
Elise Brach wuchs in einer Werkstattstadt an einer wichtigen Handelsroute auf und lernte früh, Uhren, Signalgeräte und Lokomotivmechanismen zu reparieren. Sie war an der Konstruktion des Zeitankers beteiligt und fühlt sich für jede Person verantwortlich, die der Zug in eine falsche Epoche verschleppt.
Jannik Voß kartierte für eine Armee Grenzgebiete und Versorgungslinien. Nachdem seine Karten für eine verheerende Belagerung missbraucht wurden, desertierte er und nahm die entscheidenden Originalaufzeichnungen mit. Er kennt militärische Denkweisen und fürchtet, dass jede neue Karte auch eine neue Katastrophe ermöglichen kann.
Amara Bell diente als Unterhändlerin zwischen mehreren europäischen Gesandtschaften. Sie wurde mit der Suche nach einem geheimen Vertragsentwurf beauftragt, der einen Waffenstillstand zwischen rivalisierenden Mächten sichern sollte. Als sie erkannte, dass einflussreiche Kreise den Vertrag absichtlich verschwinden ließen, schloss sie sich Elise und Jannik an und verfolgt seitdem ihre eigene Vorstellung eines gerechten Friedens.