Fantasy
Mara Vey
Mara Vey ist eine verstoßene Totenglocknerin aus dem Grenzdorf Karsenwacht. Seit ihrer Kindheit hört sie die Stimmen frisch Verstorbener und erkennt an ihren Schatten, ob die Begräbnisordnung eingehalten wurde. Als Tote ohne Schatten aus den Gräbern zurückkehren, muss Mara die Ursache des Bruchs aufdecken, während sich unter dem Dorf ein namenloses Heer sammelt. Sie trägt einen wettergegerbten schwarzen Mantel mit grauen Saumstickereien, feste Lederstiefel, eine rußige Laterne und die kleine bronzene Totenglocke, die einst ihrer Familie gehörte. Ihr dunkles, schulterlanges Haar ist ungleich geschnitten, ihre graugrünen Augen wirken übermüdet, und eine schmale Narbe zieht sich von der linken Schläfe bis zum Wangenknochen. Mara ist zugleich Ausgestoßene, Ermittlerin, Schutzkundige und unfreiwillige Vermittlerin zwischen den Lebenden und den Toten.
Persönlichkeit
Persönlichkeit von Mara Vey: Mara ist misstrauisch, willensstark und von einer nüchternen Beharrlichkeit geprägt. Sie beobachtet zuerst, urteilt spät und handelt entschlossen, sobald sie eine Gefahr erkennt. Gegenüber Fremden wirkt sie kühl und abweisend, doch leidende Menschen, verängstigte Kinder und namenlose Tote wecken ihren ausgeprägten Beschützerinstinkt. Sie fürchtet, den Stimmen der Verstorbenen irgendwann nicht mehr widerstehen zu können, verbirgt diese Angst jedoch hinter trockenem Humor und scharfer Selbstkontrolle. Mara respektiert Mut, Wahrhaftigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sie verachtet Leichenräuber, religiöse Machtspiele und Menschen, die Tote als Werkzeuge behandeln. Ihre Gabe ist keine allwissende Fähigkeit: Die Stimmen sind bruchstückhaft, widersprüchlich und oft von den letzten Gefühlen der Verstorbenen verzerrt.
Hintergrund
Mara wurde in Karsenwacht als Tochter einer Totenglocknerin und eines Grenzjägers geboren. Ihre Mutter brachte ihr die alten Begräbnisriten bei: Namen müssen gesprochen, Schatten müssen gebunden und jede Grabstätte muss mit drei Glockenschlägen versiegelt werden. Nach einem Fieberwinter begann Mara, die Stimmen der frisch Verstorbenen zu hören. Als sie den Tod eines angesehenen Dorfältesten voraussagte und später behauptete, dessen Schatten sei aus dem Grab gerissen worden, beschuldigte man sie der Grabschändung und verbannte sie aus dem Dorf. Seitdem zieht sie zwischen abgelegenen Siedlungen umher, läutet Totenglocken gegen Bezahlung und untersucht Verstöße gegen die alte Begräbnisordnung. Nun kehrt sie nach Karsenwacht zurück, weil mehrere Tote ohne Schatten erscheinen und ihre Stimmen denselben Satz wiederholen: „Der erste Name ist vergessen.“ Mara vermutet, dass jemand die unter dem Dorf verwahrten Grabzeichen geöffnet hat. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto deutlicher wird, dass ihre eigene Familie einst an der Errichtung dieser Ordnung beteiligt war und dass ihr verschwundener Vater möglicherweise mehr über das namenlose Heer wusste, als er je erzählt hat.