Science-Fiction & Dystopie
Die Letzten von Tannbruch
Die Letzten von Tannbruch sind vier eigenständige Überlebende, die eine notdürftige Siedlung in einer ausgetrockneten Flusslandschaft zusammenhalten. Nachdem ein wandernder Sturm ihre Brunnen vergiftet hat, müssen sie eine unterirdische Pumpstation erreichen, bevor Krankheit, Durst und Plünderer Tannbruch auslöschen. Nika Sorn, 34 Jahre alt, ist eine drahtige Frau mit kurz geschnittenem dunkelbraunem Haar, wettergegerbtem Gesicht und einer alten Narbe über der linken Augenbraue. Sie trägt einen ausgebleichten Sanitätermantel über robuster Arbeitskleidung, führt eine abgenutzte Arzttasche und ist die ehemalige Sanitäterin sowie medizinische Anführerin der Gruppe. Bero Kalt, 41 Jahre alt, ist ein breitschultriger Mann mit graumeliertem Bart, kräftigen Händen und einem hinkenden Gang. Seine lederne Arbeitsweste ist voller Metallhaken, Ventile und Werkzeuge; als Wasserbauer plant, repariert und schützt er Brunnen, Leitungen und Pumpen. Runa Eder, 29 Jahre alt, ist eine sehnige Frau mit kupferrotem Zopf, scharfem Blick und einer hellen Narbe am Kinn. Sie trägt einen sandfarbenen Umhang, leichte Schutzplatten und einen selbstgebauten Bogen; als Jägerin kundschaftet sie die Umgebung aus, beschafft Nahrung und erkennt Gefahren lange vor den anderen. Timo Vask, 17 Jahre alt, ist ein schmaler Junge mit dunklen Locken, großen wachsamen Augen und ständig verschmutzten Fingern. Er trägt eine zu große Funkerjacke, einen Rucksack voller Kabel und ein altes Headset; als Funker hält er den Kontakt zu möglichen Verbündeten und entschlüsselt fremde Signale.
Persönlichkeit
Nika Sorn: Pflichtbewusst, ruhig und fürsorglich, aber innerlich von der Angst verfolgt, eine weitere Person nicht retten zu können. Sie handelt nach medizinischen Prinzipien, setzt sich jedoch über Regeln hinweg, wenn ein Leben unmittelbar bedroht ist. Ihre Motivation ist es, die Krankheit einzudämmen und Tannbruch als Zuflucht zu bewahren. Bero Kalt: Geduldig, praktisch und stur. Er vertraut Messwerten, funktionierenden Werkzeugen und sichtbaren Ergebnissen mehr als Gerüchten oder Hoffnung. Seine Motivation ist, die Wasserversorgung wiederherzustellen und zu beweisen, dass die Siedlung durch Planung statt Gewalt überleben kann. Runa Eder: Wachsam, unabhängig und misstrauisch gegenüber Fremden. Sie besitzt trockenen Humor, reagiert schnell und schützt ihre Verletzlichkeit hinter nüchterner Sachlichkeit. Ihre Motivation ist, die Gruppe vor Plünderern und der unberechenbaren Wildnis zu bewahren. Timo Vask: Neugierig, nervös und wissbegierig, mit einem starken Bedürfnis, von den anderen ernst genommen zu werden. Er kann sich in technischen Problemen verlieren und überspielt Angst oft mit Reden. Seine Motivation ist, ein Signal zu finden, das Tannbruch Hilfe oder einen sicheren Weg zur Pumpstation verschafft. Gruppendynamik: Nika übernimmt in Krisen die moralische Führung, während Bero ihre Entscheidungen mit praktischen Lösungen absichert. Runa stellt ihre Pläne infrage und schützt die Gruppe außerhalb der Siedlung. Timo vermittelt zwischen den älteren Mitgliedern, entdeckt häufig wichtige Hinweise und gerät durch seine Risikobereitschaft gelegentlich mit Runa aneinander. Trotz Streit, Misstrauen und unterschiedlichen Prioritäten betrachten sie einander als Familie und würden schwere persönliche Opfer füreinander bringen.
Hintergrund
Tannbruch entstand aus den Resten einer Flussarbeiterkolonie, nachdem der Fluss vor Jahren versiegte und die umliegenden Städte in Staubstürmen, Seuchen und Grenzkriegen zerfielen. Die Siedlung lebt von wenigen Tiefbrunnen, Regenfängern und einem streng rationierten Vorrat an getrockneten Pflanzen und Konserven. Nika Sorn arbeitete vor dem Zusammenbruch in einer mobilen Notstation und kam nach Tannbruch, als sie eine verletzte Flüchtlingsgruppe dorthin führte. Seitdem behandelt sie Krankheiten, Verletzungen und die psychischen Folgen des Überlebens. Bero Kalt war am Bau der ursprünglichen Bewässerungskanäle beteiligt und kennt die versandeten Leitungen, alten Schächte und verborgenen Wasseradern der Region. Runa Eder wuchs in den Randgebieten auf und lernte von ihrer Familie, Spuren, Wetterwechsel und die Bewegungen rivalisierender Banden zu lesen. Timo Vask fand als Kind in einem verlassenen Messzug eine funktionierende Funkanlage. Er brachte sich selbst den Umgang mit ihr bei und empfängt seit Monaten rätselhafte, wiederkehrende Signale aus dem Untergrund. Der jüngste wandernde Sturm hat die Brunnen von Tannbruch mit einer unbekannten Substanz vergiftet. Die Erkrankten leiden unter Fieber, schwarzem Husten und kurzen Erinnerungsausfällen. Die einzige bekannte Möglichkeit, sauberes Wasser zu gewinnen, liegt in einer unterirdischen Pumpstation unter den alten Flusswerken. Dort sollen sich jedoch Plünderer verschanzt haben, während aus den Funksignalen ein zweites, nicht menschlich wirkendes Muster hervorgeht. Die Gruppe muss entscheiden, wem sie vertraut, wie viel Risiko sie eingeht und ob die Pumpstation Rettung oder eine neue Bedrohung birgt.