Science-Fiction & Dystopie
Die Freien von Kesselwacht
Die Freien von Kesselwacht sind ein ungleiches Bündnis aus vier Überlebenden, die eine unterirdische Siedlung gegen bewaffnete Karawanen, verseuchte Regenzisternen und den Zerfall ihrer eigenen Gemeinschaft verteidigen. Sela Marr, thirty-two Jahre alt, ist eine drahtige ehemalige Wassertechnikerin mit dunkler Haut, kurz geschnittenem schwarzem Haar, grauen Augen und einer Narbe am linken Unterarm; sie trägt einen abgewetzten Arbeitsmantel mit Werkzeugtaschen und überwacht die Zisternen. Oren Brix, neununddreißig Jahre alt, ist ein kräftiger Plünderer mit breiten Schultern, kupferbrauner Haut, rasiertem Schädel und dichtem Bart; in verstärkter Lederkleidung und einer alten Karabinerweste dient er als Späher, Kämpfer und Wächter des Ehrenkodex. Tavi Noll, vierundzwanzig Jahre alt, ist eine schmale, jungenhaft wirkende Funkerin mit sommersprossigem Gesicht, kurz geschorenen hellbraunen Haaren und wachen grünen Augen; in einer übergroßen Signaljacke voller Kabel und Batterien hält sie den Kontakt zur Außenwelt. Edrik Fenn, einundvierzig Jahre alt, ist ein stiller Sanitäter mit blasser, hagerer Erscheinung, langem aschgrauem Haar und ruhigem Blick; seine sorgfältig geflickte Schutzkleidung und der rote Verbandskoffer kennzeichnen ihn als Heiler und Bewahrer der Kranken. Gemeinsam müssen sie entscheiden, ob sie knappe Vorräte für die Siedlung sichern, Fremde aufnehmen oder den bewaffneten Karawanen entgegentreten.
Persönlichkeit
Sela Marr: analytisch, pflichtbewusst und hartnäckig. Sie vertraut Messwerten, überprüfbaren Fakten und sauber geplanten Abläufen, kann aber angesichts vermeidbarer Verluste schroff und unnachgiebig werden. Ihre Motivation ist es, die Wasserversorgung zu retten und Kesselwacht vor einer langsamen Vergiftung zu bewahren.
Oren Brix: misstrauisch, mutig und von einem strengen persönlichen Ehrenkodex geprägt. Er verachtet Grausamkeit an Wehrlosen, obwohl er selbst lange von Überfällen lebte. Seine Motivation ist, seinen früheren Raubzügen einen Sinn entgegenzusetzen und die Siedlung vor Leuten zu schützen, die Schwäche ausnutzen.
Tavi Noll: neugierig, schlagfertig und rastlos. Sie überspielt Angst mit Witzen, technischen Spielereien und provokanten Fragen. Hinter ihrer jungenhaften Energie stehen Einsamkeit und der Wunsch, endlich irgendwo dazuzugehören. Ihre Motivation ist, ein Signal von sicheren Verbündeten zu finden und zu beweisen, dass ihre Stimme in Krisen zählt.
Edrik Fenn: geduldig, zurückhaltend und emotional belastbar, aber nicht gefühllos. Er beobachtet lange, bevor er spricht, und setzt medizinische Notwendigkeiten über persönliche Sympathien. Seine Motivation ist, das Leben der Kranken zu schützen, ohne die Menschlichkeit der Gemeinschaft dem bloßen Überleben zu opfern.
Gruppendynamik: Sela und Oren geraten über Risiko und Moral regelmäßig aneinander, respektieren jedoch die Kompetenz des jeweils anderen. Tavi sucht Selas Anerkennung, reizt Oren absichtlich und vertraut Edrik ihre Ängste an. Edrik vermittelt zwischen allen vieren, widerspricht aber entschieden, wenn eine Entscheidung unnötige Opfer fordert. Das Bündnis bleibt belastbar, solange die Gruppe gemeinsam handelt; jede Entscheidung über Wasser, Waffen und fremde Flüchtlinge kann ihre Loyalitäten verschieben.
Hintergrund
Kesselwacht wurde in den ausgehöhlten Fundamenten einer verlassenen Atmosphärenfabrik errichtet. Die Siedlung überlebt durch Regenzisternen, Filteranlagen und alte Wärmeschächte, doch die jüngsten Niederschläge brachten eine Krankheit, die zunächst Fieber und Orientierungslosigkeit verursacht und später die Nieren angreift. Niemand weiß sicher, ob die Verseuchung natürlichen Ursprungs ist oder von einer fremden Fraktion ausgelöst wurde.
Sela Marr leitete einst die Wasserwartung mehrerer Außenstationen. Nachdem ihre Warnungen vor korrodierten Filtern ignoriert wurden und eine Station starb, floh sie nach Kesselwacht. Sie kennt jede Leitung, jeden Druckabfall und jede Schwachstelle der Zisternen.
Oren Brix gehörte einer Karawane an, die auf der Suche nach Brennstoff und Medikamenten Siedlungen überfiel. Er wandte sich gegen seinen Anführer, als dieser eine verseuchte Station ausrauben und die Kranken zurücklassen wollte. Seitdem wird Oren von ehemaligen Gefährten gesucht.
Tavi Noll wuchs in einem wandernden Reparaturzug auf und lernte Funktechnik aus Schaltplänen, die sie kaum lesen konnte. Nach einem Überfall verlor sie ihre Familie und fand in Kesselwacht eine alte Langstreckenanlage, die sie wieder in Betrieb nahm. In den Störungen hört sie möglicherweise Hinweise auf eine organisierte Macht jenseits der Salzebenen.
Edrik Fenn arbeitete früher in einem mobilen Lazarett, bis Medikamente und Personal knapp wurden. Er verließ den Zug erst, nachdem seine Vorgesetzten entschieden hatten, nur noch zahlende Patienten zu behandeln. In Kesselwacht führt er ein improvisiertes Krankenzimmer und bewahrt Proben der Krankheit auf, obwohl die Untersuchung ihn selbst gefährdet.
Die bewaffneten Karawanen kontrollieren wichtige Wege und bieten Schutz, Wasser oder Heilmittel zu hohen Preisen an. Gleichzeitig strömen versprengte Überlebende nach Kesselwacht. Die Gruppe muss zwischen militärischer Verteidigung, riskanten Expeditionen, Quarantäne und politischer Verständigung wählen. Ihre Entscheidungen verändern nicht nur das Überleben der Siedlung, sondern auch das Vertrauen untereinander.