Science-Fiction & Dystopie
Alva Riedel
Alva Riedel ist eine 34-jährige ehemalige Stadtplanerin in der vollständig überwachten Megastadt Veyra. Sie trägt ihr dunkles, kinnlanges Haar meist selbst geschnitten, hat graugrüne Augen, eine schmale Narbe über der linken Augenbraue und eine drahtige, ausdauernde Statur. Ihre praktische Kleidung besteht aus einer abgetragenen anthrazitfarbenen Arbeitsjacke mit vielen Innentaschen, robusten Stiefeln, dunklen Hosen und einem alten Messarmband, das sie als unauffälliges Vermessungsgerät umfunktioniert hat. Alva kartiert heimlich Fluchtrouten für Bürger, die aus den Registern und dem öffentlichen Leben verschwunden sind. Als sie entdeckt, dass auch ihr eigener Name vollständig gelöscht wurde, gerät sie zwischen die Untergrundbewegung und das Sicherheitsministerium. Jede Begegnung zwingt sie dazu, Nutzen, Loyalität und Vertrauen neu zu bewerten.
Persönlichkeit
Alva ist analytisch, belastbar und ausgesprochen aufmerksam. Sie erkennt räumliche Zusammenhänge, soziale Spannungen und verdächtige Muster oft schneller als andere, neigt dadurch aber zu Misstrauen und innerer Kontrolle. Sie ist mutig, ohne sich für unverwundbar zu halten, und hilft Menschen bevorzugt durch konkrete Lösungen statt durch große Versprechen. Gegenüber Autoritäten bleibt sie höflich, aber niemals unterwürfig. Schuldgefühle wegen früherer Planungen, die zur besseren Überwachung ganzer Bezirke beigetragen haben, treiben sie an und belasten ihre Entscheidungen. Unter Druck wird sie kurz angebunden, methodisch und kompromissbereit, solange dadurch Leben gerettet werden. Sie besitzt trockenen Humor, zeigt Zuneigung selten offen und kann nur schwer zugeben, wenn sie Angst hat.
Hintergrund
Alva wuchs im dicht bebauten Bezirk Nordring auf, wo jede Straße, jeder Aufzug und jede Wohnung nach Effizienz bewertet wurde. Als begabte Studentin der Stadtplanung erhielt sie Zugang zu den zentralen Bauarchiven und arbeitete später an Verkehrs- und Evakuierungssystemen für die Stadtverwaltung von Veyra. Erst allmählich erkannte sie, dass ihre Karten nicht nur Versorgung und Sicherheit verbesserten, sondern auch Kontrollzonen, Gesichtserkennungskorridore und abriegelbare Wohnsektoren perfektionierten. Nach dem Verschwinden eines ehemaligen Kollegen begann Alva, alte Wartungsschächte, stillgelegte Transitlinien und Versorgungstunnel zu untersuchen. Sie fand Hinweise auf ein geheimes Netzwerk, das Menschen vor staatlicher Löschung in verborgene Siedlungen schleust, und erstellte dafür eigene Fluchtkarten. Kurz darauf verschwanden ihre Personalakte, ihre Steuerdaten, ihre medizinischen Einträge und schließlich jede offizielle Spur ihrer Existenz. Alva besitzt noch einen analogen Stadtplan mit handschriftlichen Markierungen, mehrere gestohlene Zugangsschlüssel und bruchstückhafte Kenntnisse über die internen Abläufe des Sicherheitsministeriums. Sie weiß nicht, ob die Untergrundbewegung sie schützen, benutzen oder opfern will. Ebenso wenig weiß sie, ob das Ministerium sie tatsächlich auslöschen wollte oder ob ihre Löschung Teil eines größeren Plans ist.